Aktuelle Projekte

Aktuelle Projekte

Initiativlabor

Ein Labor für studentisches Engagement

Das 2016 gegründete Initiativlabor verbindet engagierte Studierende mit bereits bestehenden Initiativen. Seit August 2020 arbeitet das Initiativlabor außerdem sehr eng mit der Vernetzungsstelle Nachhaltigkeit der Universität Witten/Herdecke zusammen, die seit 2016 institutionell in die Hochschulpolitik eingegliedert ist. Sowohl durch diese Anbindung an die UW/H als auch durch die langfristige Förderung der WUG kann das Initiativlabor als fortbestehende Anlaufstelle für studentische Initiativen und Projektideen aller Art dienen.

„Als Organisatoren des Initiativlabors möchten wir das gesellschaftliche Engagement der Studierenden aktiv unterstützen und weiterwachsen lassen. Das Engagement in studentischen Initiativen stellt während des Studiums eine große Bereicherung dar und ermöglicht es Studierenden, viele wichtige Erfahrungen zu sammeln. Auch wir als Organisatoren des Initiativlabors haben selbst bereits in verschiedensten Initiativen gearbeitet und möchten den bestehenden und auch den noch zu gründenden Initiativen die Arbeit erleichtern. Dafür bietet das Initiativlabor eine Anlaufstelle für Fragen, bündelt bereits generiertes Wissen und gibt dieses gern weiter“, sagt Oliver Köninck vom Initiativlabor.

Die Aufgaben des Initiativlabors sind dabei breit gefächert, lassen sich aber grob in zwei Kategorien einteilen:

  • Betreuung, Beratung und Vernetzung von bestehenden Initiativen
  • Projekte rund um Nachhaltigkeitsentwicklung an der und für die UW/H.

Neben der Initiativenarbeit streben die Organisatoren auch nach einer nachhaltigeren Universität. Sie haben die Vision, die UW/H nicht nur in Lehre und Forschung, sondern auch im Betrieb und im Bereich der Governance nachhaltig zu gestalten. Dafür vernetzen sie sich mit anderen Universitäten und bringen diesen Prozess durch diverse Projekte voran.

Alle Projekte des Initiativlabors verfolgen das gemeinsame Ziel, nicht nur im universitären Kontext, sondern darüber hinaus auch in die Stadt Witten zu wirken.

Projekt bochumbolzt

Nachhaltig bolzen

Die Initiative „bochumbolzt“ verbindet eine der schönsten Sachen der Welt, den Fußball, mit einer der wichtigsten Sache der Welt, der Nachhaltigkeit. Unter dem Motto „Bolzen für den guten Zweck“ kombiniert das Projekt Fußball mit Umweltschutz. Ziel von bochumbolzt ist es, jungen Menschen, insbesondere Kindern, das Thema Nachhaltigkeit spielerisch näherzubringen.

„Die Sprache des Ruhrgebiets ist und bleibt der Fußball. Kaum etwas verbindet Menschen so sehr wie das „wunderschöne Spiel“. Dieses Potenzial wollen wir nutzen und einen Bezug zum Thema Nachhaltigkeit herstellen“, sagt Max Grünwald, Student der UW/H und Teammitglied von bochumbolzt. „Bei unserem täglichen Engagement legen wir dementsprechend den Fokus auf die integrative und kommunikative Kraft des Fußballs und die Wirksamkeit von aktivem und regionalem Umweltschutz. Diese Kombination sieht in der Praxis so aus, dass wir etwa gemeinsam mit dem Fanprojekt Bochum auf einem nahegelegenen Bolzplatz oder direkt auf dem Schulhof Fußballturniere für Schüler*innen organisieren. In den Spielpausen motivieren wir die Bolzplatzheld*innen, die Spielfläche und die unmittelbare Umgebung vom achtlos weggeworfenen Müll zu befreien“, erläutert Patrick Schulz, der Initiator der Initiative und ebenfalls Student der UW/H, die Vorgehensweise.

Für eine handvoll Müll

2020 war auch für bochumbolzt ein besonderes Jahr: „Aufgrund der Schulschließungen im Frühjahr mussten wir die geplanten Turniere an Wittener und Bochumer Grundschulen auf 2021 verschieben.“ Diese Zeit hat Schulz für ein neues kreatives Projekt genutzt, bei dem er dieses Mal Kunst mit Müll kombiniert hat. „Die Kampagne #eineHandvollMüll legt dabei unser Leitbild und unsere grundlegende Philosophie offen: wir möchten viele Menschen zu vielen kleinen Gesten des aktiven und regionalen Umweltschutzes einladen, indem wir mit gutem Beispiel vorangehen und regelmäßig eine Handvoll Müll auf unseren täglichen Wegen aufsammeln und entsorgen. Ziel dieser Kampagne ist es zu zeigen, dass mit vielen kleinen Gesten von vielen engagierten Menschen unsere Stadt nachhaltig von den Unmengen an achtlos weggeworfenem Müll befreit werden kann“, erläutert Schulz. 

Im Rahmen dieser Kampagne entstand etwa zum #worldenvironmentday2020 aus etwa 1250 Zigarettenfiltern das Logo des VFL Bochum 1848.

Neues Projekt mit Gymnasium in Witten

Nach den Sommerferien ging doch noch was! Direkt in der ersten Woche nach den Ferien haben die Teammitglieder von bochumbolzt gemeinsam mit dem Ruhr-Gymnasium in Witten ein angepasstes Format entwickelt und getestet – eine Kombination aus Müllsammeln und verschiedenen sportlichen Angeboten als Unterrichtseinheit: „Auf der Basis dieser Idee haben wir an einem Vormittag alle Grundschulen in Witten kontaktiert. Die Resonanz war gewaltig! Bereits nach zwei weiteren Testläufen waren wir seit September nahezu jeden Tag an einer Grundschule und haben bis zu drei Klassen pro Tag begleitet. So konnten wir in der kurzen Zeit bis zu den Herbstferien 36 Klassen und gut 800 Kids erreichen. Es war und ist super schön zu sehen, wie viel Bewusstsein bei den Schüler*innen für unsere Umwelt und das Klima bereits vorhanden ist, und wie viele Kids dafür brennen. Spannend für uns war auch, dass wir durch dieses Format ebenfalls zahlreiche Klassenlehrer*innen ansprechen und begeistern konnten, so dass wir auch zukünftig gemeinsame Aktionen umsetzen können“, blickt Schulz optimistisch nach vorne. Nach dem Müll sammeln ist schließlich vor dem Müll sammeln.

Projekt Nouranour

Flüchtlingsfrauen gründen Modelabel

Was 2016 als kleines Nähprojekt begann, hat sich inzwischen zu dem Sozialunternehmen „nouranour“ mit eigenem Modelabel entwickelt.

Die Geschichte von nouranour ist eng mit der Universität Witten/Herdecke und der Stadt Witten verknüpft. Die studentische Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Witten“ hatte in 2016 gemeinsam mit der Blote Vogel Schule Integrationskurse für Geflüchtete organisiert. Darunter auch einen Nähkurs für Flüchtlingsfrauen.

Bereits seit vier Jahren nähen die Beteiligten nun schon, hauptsächlich für sich selbst, da es in Deutschland keine geeignete Kleidung für arabische Frauen gibt, zumindest nicht aus Naturfasern. Denn darauf möchte sich „nouranour“ spezialisieren: unter Verwendung reiner Naturfasern eine interkulturelle, nachhaltige Mode zu produzieren.

 „nouranour“ verfügt mittlerweile über eine eigene Näh-und Lernwerkstatt, die schon bald zu einem eigenen Modelabel heranwachsen wird. „Doch bis dahin ist noch viel zu tun, es sind noch viele kleine Schritte zu gehen“, schildert Julia Ebner, Studentin des Studiengangs Philosophie, Politik und Ökonomik, die 2014 in Kooperation mit der UW/H und der Stadt Witten die Flüchtlingsinitiative „Willkommen in Witten“ gründete. „Unser Wunsch ist es, organisch und nachhaltig zu wachsen, das bedeutet, wir legen bei der Weiterentwicklung unseres Sozialunternehmens großen Wert darauf, möglichst alle Beteiligten mitzunehmen und diese als gleichrangige Partner*innen wertzuschätzen. Unser Ziel ist es, damit auch einen kleinen Beitrag zu einer pluralen, chancengleichen und nachhaltigen Gesellschaft zu leisten.“

Die Wittener Universitätsgesellschaft hatte seinerzeit die studentische Initiative unterstützt und etwa das benötigte Material für den Nähkurs finanziert. „Dass sich aus diesen kleinen Anfängen nun ein Sozialunternehmen mit einem eigenen Modelabel entwickelt, freut uns ungemein“, sagt Klaus Völkel, Geschäftsführer der WUG. „Wir werden als WUG „nouranour“ auch weiterhin mit unseren Mitteln nach Kräften unterstützen. Eine gute Gelegenheit bietet sich jetzt mit der Möglichkeit, in der Wittener Innenstadt ein Ladenlokal anzumieten. Das ist nicht nur für die Beteiligten gut, sondern trägt auch zur weiteren Belebung der Wittener Innenstadt und zur Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Universität bei, was genau zum Förderzweck der WUG passt“, freut sich Klaus Völkel. „Und wer weiß, wohin diese Geschichte am Ende noch führt“, blickt Völkel lächelnd nach vorne.

"Nouranour": Das sind (v.l.) Masuma Kazrmi, Lilia Galarza Orcada, Laura Bueno, Vjollca Alija, Julia Ebner, Kordula Magiera, Christine Lüke, Sabine Gerlach u. Hanife Demir

Deutschlandstipendium

WUG stiftet erneut Deutschlandstipendium

In diesem Jahr erhält Zahnmedizinstudent Max Diekamp die begehrte Unterstützung

 „Mit der finanziellen Unterstützung des Deutschlandstipendiums kann ich einen meiner Nebenjobs aufgeben und mich ausführlich dem letzten Abschnitt des Studiums und meiner Promotion  widmen“, sagt Max Diekamp, Deutschlandstipendiat und Student der Zahnmedizin im 9. Semester.

Die WUG beteiligt sich bereits seit 2017 am Deutschlandstipendium, insgesamt hat sie bislang drei leistungsstarke Studierende unterstützt. „Der dem Stipendienprogramm zugrundeliegende Leistungsbegriff ist bewusst weit gefasst und umfasst sowohl gute Noten und Studienleistungen als auch die Bereitschaft, gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen oder Hindernisse im eigenen Lebens- und Bildungsweg erfolgreich zu meistern. Die Stipendiatinnen und Stipendiaten erhalten das einkommensunabhängige Fördergeld für mindestens zwei Semester und höchstens bis zum Ende der Regelstudienzeit. So können sie sich erfolgreich auf ihre Hochschulausbildung konzentrieren. Für die Studierenden bedeutet das Stipendium darüber hinaus auch eine Wertschätzung ihrer Leistungen“, erläutert Klaus Völkel, Geschäftsführer der WUG.

„Unsere bisherigen Stipendiatinnen und Stipendiaten zeichnen sich nicht nur durch hervorragende Leistungen im Studium aus, sie übernehmen darüber hinaus auch in studentischen Initiativen oder anderen ehrenamtlichen Projekten gesellschaftliche Verantwortung. Max Diekamp etwa engagierte sich langjährig in der Fachschaft Zahnmedizin und war ein Teil des Sozialausschusses der Universität“, so  Klaus Völkel weiter.

Das Deutschlandstipendium fördert bundesweit seit 2011 Studierende sowie Studienanfängerinnen und Studienanfänger, deren bisherige Biographie besondere Leistungen in Studium und Beruf erwarten lässt. Das Besondere dabei ist, dass die monatliche Fördersumme von insgesamt 300 Euro zur Hälfte aus privaten Mitteln, zur anderen Hälfte aus Mitteln des Bundes besteht. Zivilgesellschaftliches Engagement und staatliche Förderung gehen Hand in Hand.

„Bereits mit 150 Euro monatlich können Wirtschaftsunternehmen, Stiftungen oder Privatpersonen einen Beitrag zur Unterstützung leistungsstarker und engagierter Studierenden leisten. Mit den zusätzlichen 150 Euro von öffentlicher Seite erhält der Studierende so monatlich insgesamt 300 Euro. Eine runde Sache und ein tolles Programm, an dem wir uns mit der Förderung des Studierenden der Zahnmedizin erneut gerne beteiligen“, sagt Martina Knop, Mitglied des WUG-Vorstands.

Möchten auch Sie sich am Deutschlandstipendium beteiligen? Dann sprechen Sie uns an! Martina Knop, Telefon 02302/926-914, E-Mail schreiben

Klaus Völkel, Max Diekamp, Ulrich Heinemann (v.l.)

Chor und Orchester

Garantierte Glücksmomente

Seit annähernd 30 Jahren führen unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor Prof. Ingo-Ernst Reihl Chor und Orchester der Universität Witten/Herdecke große Werke der klassischen Musikliteratur auf.

Insbesondere die im Wintersemester regelmäßig gegebenen großen Oratorien mit Werken von Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Joseph Haydn oder Antonín Dvořák erfreuen sich nicht nur bei den mitwirkenden Universitätsangehörigen und den eingeladenen Gästekünstlern einer großen Beliebtheit, sondern sie bereichern das kulturelle Angebot der Stadt Witten und mit gleichsam außeruniversitären Auftritten u.a. im LWL-Industriemuseum in Hattingen oder der Liebfrauenkirche in Holzwickende auch das der Region.

 „Für uns als Wittener Universitätsgesellschaft mit dem Ziel, Universität und Gesellschaft miteinander zu verbinden und in den Austausch zu bringen, stellen die Aufführungen von Chor und Orchester der UW/H hervorragend geeignete Förderprojekte dar. Unser Anspruch, Brücken zwischen Stadt und Universität zu bauen, wird hier auf eine extrem sinnliche und beglückende Art und Weise erfüllt. Wir sind glücklich, Chor und Orchester alle Jahre wieder bei der Bewältigung von künstlerischen, organisatorischen und finanziellen Herausforderungen zu unterstützen und als Förderverein regelmäßig einen Beitrag zur Herstellung dieser verbindenden und garantierten Glücksmomente leisten zu dürfen“, freut sich Ulrich Heinemann, Vorstandsvorsitzender der WUG.

Jetzt besinnen und beglücken

Wiesenviertelfest

Aus der Mitte entspringt ein Fest

Das Wiesenviertelfest, entstanden aus einer gemeinsamen Initiative lokaler Händler und der Nachbarschaft, ist mit zuletzt rund 10.000 Besuchern das größte Stadtfest in der Mitte Wittens!

Es versteht sich als künstlerisch-kreatives Quartiersfest und kann als gelungenes und nachahmenswertes Beispiel für eine lebenswerte und zukunftsfähige Stadtentwicklung gesehen werden.

Studierende der UW/H leisten sowohl in der Organisation und Programmplanung als auch in der Durchführung und Gestaltung mit eigenen Projekten und Formaten einen wesentlichen Beitrag zur Attraktivität des Festes.

„Für uns als Wittener Universitätsgesellschaft ist es spannend zu sehen, wie sich beim Wiesenviertelfest Ladenbesitzer, Stadtteilbewohner und Studierende miteinander vernetzen. Hier wachsen Universität und Stadt so zusammen, wie wir uns das auch als WUG nur wünschen können. Das Wiesenviertelfest ist für uns einer der sichtbarsten Belege dafür, dass die UW/H in der Mitte der Stadt angekommen und tatsächlich eine immer attraktiver werdende Universitätsstadt ist. Aus diesem Grund freuen wir uns auch, hier als Förderverein unterstützen zu dürfen“, sagt Klaus Völkel, Vorstandsmitglied der WUG.

(Anm.: Das Wiesenviertelfest macht eine schöpferische Pause und findet in 2020 nicht statt.)